Therapieangebot


Wenn Trauer zur Last wird

Manchmal reicht die Hilfe der Freunde und das Gesprächsangebot nahe stehender Personen nicht aus und man spürt, dass man mit seiner Trauer nicht weiterkommt. Oder man hat seine Trauer gut im Griff, ist aber seit dem Tod eines geliebten Menschen ständig krank. Dann ist fachkundige Hilfe von einem Therapeuten gefragt.

Wann sollte man therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen?

wenn man das Gefühl hat, dass das Leben keinen Sinn mehr hat…

wenn man konkrete Selbstmord-Phantasien hat

wenn man plötzlich merkt, dass Alkohol oder Zigarette wesentlich wichtiger sind, als bisher

wenn man das Gefühl hat, die Trauer wird nie enden…

wenn der Alltag zur Last wird

wenn man bei unwichtigen Anlässen ständig weinen muss, aber mit dem Todesfall selbst ganz gut zurecht kam

wenn man es nicht über das Herz bringt, zum Friedhof zu gehen, obwohl man es gerne möchte oder bei ähnlichen Vermeidungsreaktionen

bei außergewöhnlichen Begleitumständen des Todesfalles,
( z.B. schwerer Unfall, Mord oder Selbstmord)

wenn mehrere Todesfälle kurz hintereinander folgten

wenn man kurze zeit nach dem Todesfall plötzlich eine chronische Erkrankung entwickelt hat oder ständig wechselnde Krankheiten

 

Wie kann der Therapeut weiterhelfen?

Ein Therapeut, der eine Ausbildung in Trauerbegleitung absolviert hat, erkennt sehr schnell, welche Problematik vorliegt und kann gezielt dabei helfen, die Stationen des Trauervorgangs nachzuholen die noch fehlten.
Ob diese Form der Trauerbegleitung aber Erfolg hat, hängt davon ab, ob der Trauernde sich auf die Trauerarbeit einlässt. Denn auch der beste Therapeut kann nur Hilfen anbieten. Ob sie angenommen werden, liegt nicht in seiner Macht.

 

Gruppentherapie oder Einzelberatung?

Zunächst mag es ungewohnt sein, vor fremden Menschen über seine Gefühle zu sprechen, aber wenn man erfährt, dass die anderen ähnliche Schwierigkeiten haben, und ebenfalls um einen geliebten Menschen trauern, ist dies oft hilfreich. Man erkennt, dass man nicht alleine ist mit seinem Schmerz und kann vielleicht sogar einem anderen Gruppenmitglied mit seinen Erfahrungen weiterhelfen.
Ob eine Trauergruppe das Richtige ist, entscheiden Therapeut und Klient gemeinsam.



Definitionen


"Trauerarbeit"

Dieser Begriff wurde erstmals von Siegmund Freud gewählt, um zu verdeutlichen, dass Trauer nicht nur ein Gefühl ist, dem man passiv und hilflos ausgeliefert ist, - quasi ein "Selbstläufer".
Trauer ist gleichzeitig auch eine Anpassungsreaktion unserer Seele auf einen schwerwiegenden Verlust, in der sehr unbewusst viel "innere Arbeit" abläuft.
Wenn dieser unbewusste Vorgang der Schmerzbewältigung und Neuorientierung bewusst unterstützt wird, bezeichnet man ihn als "Trauerarbeit".

"Trauerbegleitung"

Unter diesem Begriff versteht man den Beistand, den Therapeuten und Selbsthilfegruppen professionell bzw. ehrenamtlich leisten, indem sie dem Trauernden die Möglichkeit geben, sich auszusprechen und seinen Verlust bewusst und prozess- orientiert zu verarbeiten.

"Trösten "

Niemand kann einen anderen wirklich trösten, genauso wie auch niemand einen anderen heilen kann. Heil werden kann man nur selbst. Es hilft dem Trauernden aber, wenn man an seinem Leid Anteil nimmt und ihm das Gefühl vermittelt,
dass er willkommen ist, so wie er ist.


Musik als " Therapie"

Musik war zu allen Zeiten dafür bekannt, dass sie eine heilsame Wirkung auf die Seele ausübt.. Orgelmusik ist in besonderem Maße dafür geeignet, mit ihren Harmonien und dem Gleichmaß ihrer Töne Ruhe und Frieden zu vermitteln.
Langsame, getragene Trompetenstücke veranlassen den Zuhörer, ebenfalls tief und langsam zu atmen, sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Die folgenden Stücke verbinden die Wirkung beider Instrumente.

Musik für Trompete und Orgel
(gespielt von Maurice Andre u. Hedwig Bilgram)

Georg Friedrich Händel:
Concerto Grosso in B-DurFloete auf Notenblatt
III. Andante

Johann Sebastian Bach:
Kantate BWV 147

Tommaso Albinoni:
Concerto Op. 9 No. 2 in d-moll
II. Adagio

Jean Baptiste Loillet:
Sonate in C- Dur
I.  Largo cantabile
III Largo

Alessandro Marcello:
Concerto in d-moll
II. Adagio

Georg Friedrich Telemann:
Concerto in B -Dur
II. Siciliano

 

Musik für Violine

Bach -Gounod
Ave Maria
(Instrumental - Version )

Ludwig van Beethoven
Romanzen für Violine 1u.2

Die zarten Violinsoli mit ihrer melancholisch anmutenden Stimmführung
bringen die tiefsten Saiten der Seele zum Schwingen.
Wenn beim Anhören dieser Musik Tränen fließen wollen, so ist es heilsam, diesem Bedürfnis nachzugeben.